Mohn und Gedächtnis
OA 1952 Form Lyrik Epoche Moderne
Die Sammlung Mohn und Gedächtnis begründete den Ruhm des bis dahin unbekannten Paul Celan. In neuen, mitunter schwer verständlichen Bildern sprach er als einer der Ersten das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte an, den Holocaust. Ausgangspunkt seines Schaffens ist das Trauma des Überlebenden der Shoa.
Entstehung: Bereits 1948 war Celans Gedichtband Der Sand aus den Urnen erschienen, der aber fast unbekannt blieb und, auch aufgrund der vielen Druckfehler, eingestampft wurde. Bei Celans umstrittener Lesung vor der Gruppe 47 wurde Willi Koch, der für die Deutsche Verlags-Anstalt (DVA) nach Talenten Ausschau hielt, auf Celan aufmerksam. Aufgrund seines positiven Lektoratsgutachtens entschied sich die DVA für die Veröffentlichung der von Celan eingereichten Lyriksammlung. Die Erstausgabe, die im ersten Teil Gedichte aus dem Band Der Sand aus den Urnen enthält, erschien Ende 1952 und wurde gleich ein Erfolg. Die zweite Auflage erschien bereits im Februar 1954.
Inhalt: Mohn und Gedächtnis enthält 56 Gedichte, die zwischen 1944/45 und 1952 entstanden und verschiedene Entwicklungsstufen des Dichters dokumentieren. Trotz der Eigenständigkeit der einzelnen Gedichte sind sie thematisch eng miteinander verbunden. Der Band gliedert sich in die vier Teile Der Sand aus den Urnen, Todesfuge, Gegenlicht und Halme der Nacht. Mit der Verwandlung vertrauter Worte in ungewohnte Bilder erfand Celan eine unverwechselbare poetische Sprache. In schwermütig wirkenden, assoziativen Versen verleiht er seiner Trauer um die Ermordung der Juden, insbesondere der eigenen Mutter, Ausdruck und klagt die Täter an. Tod und Liebe bilden die thematischen Schwerpunkte des Bandes.
Celans wohl berühmtestes Gedicht, die Todesfuge, das allein den zweiten Teil des Bandes ausmacht, wurde in den 1950er Jahren als Exempel für eine mögliche Lyrik »nach Auschwitz« bekannt. Das der musikalischen Fuge nachgebildete Gedicht führte zur Kontroverse um die Frage der ästhetischen Bewältigung des Grauens. Es beschreibt den Schrecken der Vernichtungslager, in denen man Häftlinge zwang zu musizieren, während andere Gräber aushoben.
Frühe Charakterisierungen seiner Lyrik als eine dem Surrealismus nahe stehende »poésie pure« steht die heutige Einsicht in den Realitätsbezug seiner Gedichte gegenüber. Einflüsse von Lyrikern wie Arthur R Rimbaud, Georg Trakl (1887 bis 1914), Rainer Maria R Rilke und Stephane R Mallarmé lassen sich anhand von Zitaten und Anspielungen in Celans Dichtung nachweisen. Die poetische Auseinandersetzung mit der europäischen Lyriktradition sowie der verrätselte, bewusst verschweigende Ausdruck ließen Celan eine »aktualisierte Sprache« finden, in der er das eigentlich Unsagbare auszudrücken vermochte.
Die Zitatstruktur der Todesfuge brachte Celan den Vorwurf des Plagiats seitens der Witwe des Dichters Yvan Goll ein (Stichwort, RS. 227).
Wirkung: Celans erster offizieller Gedichtband wurde von der literarischen Öffentlichkeit mit Begeisterung aufgenommen, obwohl sie an den Leser hohe Rezeptionsanforderungen stellt und oft missverstanden wurde. Die berühmt gewordene Todesfuge fand Aufnahme in zahlreiche deutsche Schulbücher. Die kaum noch überschaubare, stetig wachsende Zahl von Publikationen belegt Paul Celans Bedeutung als vielleicht wichtigster Lyriker dieses Jahrhunderts. S. Na. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfßbare Ausgabe dieses Titels.
Ein gutes und sauberes Exemplar. - Paul Celan wurde am 23. November 1920 als Sohn deutschsprachiger Juden in der rumänischen Stadt Czernowitz geboren. 1934 musste er das Oberrealgymnasium wegen zunehmender antisemitischer Übergriffe verlassen. Nach 1938 studierte er Medizin im französischen Tours, dann Romanistik in Czernowitz. Nach dem Einmarsch deutscher Truppen in die Stadt wurde Celan 1941 zur Zwangsarbeit rekrutiert. Ein Jahr später mussten seine Eltern ins Arbeitslager Michailowka und kamen ums Leben. Celan selbst war bis 1943 ebenfalls im Arbeitslager interniert. Nach einem kurzen Studium der Anglistik fand er 1945 Beschäftigung als Lektor und Übersetzer bei einem Verlag in Bukarest. Während dieser Zeit kam er mit Rose Ausländer in Kontakt und veröffentlichte erste Gedichte in der Zeitschrift Agora. Auch eine Kafka-Übersetzung entstand. 1947 verließ Celan Rumänien, um nach einem kurzen Zwischenaufenthalt in Wien 1948 endgültig in Paris zu bleiben. Hier lernte er Claire und Ivan Goll kennen. In Paris betrieb Celan germanistische bzw. linguistische Studien und war anschließend an der École Normale Supérieure als Deutschlektor tätig. 1969 reiste Celan nach Israel. Um den 20. April 1970 herum nahm er sich in Paris das Leben. 1958 wurde Celan mit dem Literaturpreis der Freien Hansestadt Bremen, 1960 mit dem Georg-Büchner-Preis und 1964 mit dem Großen Kunstpreis des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet.
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这本书的纸质感和装帧本身就传递出一种近乎古董的重量感,而内容更是与之相得益彰。它像是一幅用极细的笔触绘制而成的巨型挂毯,细节多到让人眼花缭乱,但只有退后几步,才能看到整体的图案。作者在处理叙事视角时非常狡猾,他似乎总是在同一时间从多个角度审视同一个事件,使得“真相”这个概念变得极度不稳定和相对化。我特别喜欢他处理“遗忘”的方式,在他笔下,遗忘不是一个简单的缺失,而是一个积极的、充满力量的构建过程,是记忆为了自我保护而进行的精妙“编辑”。这本书要求读者必须带着极大的耐心和批判性的眼光去阅读,因为它提供的每一个论断都可能在下一页被彻底颠覆。它不是用来“读完”的,更像是用来“陪伴”的,一本需要时间去消磨、去等待它慢慢揭示其内在结构的伙伴。
评分这本书给我的感受,与其说是阅读了一部小说或是一本散文集,不如说是一次漫长的、被困在某种特定心境中的体验。作者的遣词造力道十足,每一个名词和动词的选择都仿佛经过了千锤百炼,带着一种近乎宗教仪式的庄重感。我尤其注意到他对“光线”与“阴影”处理的偏执,在书中,它们不仅仅是物理现象,更成为了情感和记忆的载体。比如,某个特定时间段的阴影,能瞬间唤起一种被遗忘的痛苦,这种细腻入微的心理捕捉,展现了作者非凡的洞察力。然而,这种深度也带来了阅读上的疲劳,某些章节的推进速度可以用“蜗行”来形容,大量的内心独白和对事物本质的形而上探讨,让情节几乎停滞。对于期待快速获得信息或故事发展的读者来说,这无疑是一种煎熬,但对于那些愿意沉浸在语言的纹理之中、享受思想缓慢发酵过程的人来说,它无疑是一份珍贵的礼物。
评分我必须用“震撼”来形容我读完这本书后的感受,尽管这个“震撼”中夹杂着大量的不解和困惑。这本书的独特之处在于,它似乎在探讨一种超越日常经验的、近乎本体论层面的主题,但表述方式却极其日常化,这种强烈的反差制造了一种持续的张力。作者似乎并不关心“他者”的看法,他只是把自己关在一个由语言构筑的密室里,进行着只有自己能理解的对话。那些长达数页、几乎没有标点符号辅助的长句,读起来就像是滔滔不绝的内心独白,充满了强迫性的重复和自我修正,这让我联想到了某些意识流文学的巅峰之作,但又多了一层历史的厚重感。我感觉自己像是一个闯入者,偷窥了一个极其私密且复杂的精神世界,虽然很多地方我只能望洋兴叹,但我依然能感受到其内部涌动的强大能量和无可辩驳的真诚。
评分我花了整整两周的时间才勉强读完这本“大部头”,坦白说,过程充满了挫败感,它完全不是那种可以轻松消遣的读物。这本书的节奏感极其缓慢,像是一台精密的、老旧的钟表,每一个齿轮的转动都被赋予了过多的重量和象征意义。作者似乎对传统的叙事逻辑抱有一种近乎挑衅的态度,他不断地在现实与幻觉、清醒与梦境的边界上跳跃,使得人物的动机和事件的因果链条变得模糊不清。书中引用的各种文化典故和哲学碎片,密度之高,令人窒息。如果读者没有扎实的欧洲文化背景,很容易在那些晦涩的引用面前迷失方向。我必须承认,我至少有三分之一的内容是靠着上下文的“感觉”去推进的,而不是完全理解了每一个细节。但这也许正是作者的用意:制造一种疏离感,迫使读者用自己的经验去填补那些被刻意留白的空白,让每一次重读都成为一次全新的诠释。
评分这本厚重的书简直是一场思想的迷宫,阅读过程充满了探索的艰辛与惊喜。作者的叙事语调时而像一位沉静的哲学家在冥想,时而又像一个躁动不安的诗人,在文字的边缘徘徊。我特别欣赏他对时间流逝的描绘,那种感觉不是线性的推进,而更像是一个不断自我折叠的螺旋,每一个章节都让你怀疑自己是否又回到了最初的起点,却又带着新的理解。那些用来构建场景的意象,比如潮湿的石板路、午后透过百叶窗投下的光束,都带着一种强烈的德语文学特有的沉郁和精确性,让人仿佛能闻到空气中微弱的霉味和墨水的味道。不过,这本书的结构确实对读者的专注力提出了极高的要求,它不提供明确的指引,读者必须自己去搭建意义的脚手架。有些段落的句法结构异常复杂,仿佛作者故意在挑战读者的语法理解极限,但一旦穿透那层复杂的表皮,内核的纯粹和深刻的洞见便会喷薄而出,让人不得不停下来,对着空白处深思良久,思考自己与“记忆”这个宏大命题的关系。
评分“我常常想念你,沉湎于你的诗歌,并在里面与你对话,将你陌生而黝黑的头抱在我的双臂间,想把你沉重的石头从你的胸口搬开,将你拿丁香花的手解放出来,让你听到歌唱。” ——英格褒·巴赫曼致保罗·策兰,维也纳,1949年5月底,未写完的信稿
评分“我常常想念你,沉湎于你的诗歌,并在里面与你对话,将你陌生而黝黑的头抱在我的双臂间,想把你沉重的石头从你的胸口搬开,将你拿丁香花的手解放出来,让你听到歌唱。” ——英格褒·巴赫曼致保罗·策兰,维也纳,1949年5月底,未写完的信稿
评分“我常常想念你,沉湎于你的诗歌,并在里面与你对话,将你陌生而黝黑的头抱在我的双臂间,想把你沉重的石头从你的胸口搬开,将你拿丁香花的手解放出来,让你听到歌唱。” ——英格褒·巴赫曼致保罗·策兰,维也纳,1949年5月底,未写完的信稿
评分“我常常想念你,沉湎于你的诗歌,并在里面与你对话,将你陌生而黝黑的头抱在我的双臂间,想把你沉重的石头从你的胸口搬开,将你拿丁香花的手解放出来,让你听到歌唱。” ——英格褒·巴赫曼致保罗·策兰,维也纳,1949年5月底,未写完的信稿
评分“我常常想念你,沉湎于你的诗歌,并在里面与你对话,将你陌生而黝黑的头抱在我的双臂间,想把你沉重的石头从你的胸口搬开,将你拿丁香花的手解放出来,让你听到歌唱。” ——英格褒·巴赫曼致保罗·策兰,维也纳,1949年5月底,未写完的信稿
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