Über Rainer Maria Rilke

Über Rainer Maria Rilke pdf epub mobi txt 电子书 下载 2026

出版者:Insel Verlag Frankfurt am Main und Leipzig
作者:Ingeborg Schnack
出品人:
页数:0
译者:
出版时间:1996
价格:0
装帧:Hardcover
isbn号码:9783458168034
丛书系列:
图书标签:
  • Rainer Maria Rilke
  • 诗歌
  • 文学批评
  • 现代主义
  • 传记
  • 德国文学
  • 奥地利文学
  • 诗人
  • 文学
  • 文化
想要找书就要到 小美书屋
立刻按 ctrl+D收藏本页
你会得到大惊喜!!

具体描述

《时间的低语:德语文学中的存在与形而上学追问》 一本深入探索德语文学核心命题的深度文集 引言:在语言的边界处凝视永恒 本书并非对特定作家或流派的全面梳理,而是一次对德语文学精神脉络的深度潜入。我们聚焦于那些驱动德语文学前行的核心动力——对“存在”、“时间”、“意义”以及“语言本身”的形而上学追问。从歌德对人类境况的宏大构建,到霍夫曼斯塔尔对现代性危机的心灵解剖,再到后战时期对失语与重建的痛苦反思,德语文学始终是一面映照欧洲精神史的复杂镜子。 本书将引导读者穿越世纪的迷雾,探寻这些看似抽象的哲学议题如何在具体的诗歌、小说和戏剧中获得鲜活的生命。我们关注的焦点在于:文学如何处理“不可言说之物”?它如何在其自身的结构中模拟时间的流逝与中断?以及,德语——这种以其精确性著称的语言——如何在面对终极问题时,既是工具,又是镣铐? 第一部:从古典到浪漫:对“整体性”的渴求与幻灭 第一章:魏玛的古典回响与柏拉图的幽灵 本章考察歌德(Johann Wolfgang von Goethe)晚期思想对古典主义美学的超越。我们不着眼于他的传记,而是深入分析《浮士德》中,浮士德对“知识的极限”与“生命的圆满”的永恒悖论。重点分析“透明性”(Durchsichtigkeit)与“无形之物”(das Ungeformte)在歌德晚期对“创造”的定义中所扮演的角色。同时,我们将讨论席勒(Friedrich Schiller)的悲剧理论,特别是他如何试图通过艺术中的“崇高”(das Erhabene)来弥合个体自由与必然性之间的鸿沟。古典精神的核心,是对秩序与和谐的坚信,但这种坚信本身就蕴含了对现实破碎的预警。 第二章:浪漫主义的“蓝花”与无限的渴望 浪漫主义运动并非简单的逃避现实,而是一种对“本质现实”的激进探求。本章将重点解析诺瓦利斯(Novalis)的诗歌与散文片段,探讨“夜的颂歌”如何成为一种抵抗启蒙理性之光的形而上学实践。我们研究“蓝花”(die Blaue Blume)作为一种永恒隐喻,它指向的不是一个可到达的目的地,而是一种持续的“趋向”(Streben)。此外,我们将对比霍夫曼斯塔尔早期作品中对“主体性崩溃”的敏感捕捉,探讨浪漫主义的“自我”如何从一个坚实的中心点,逐渐异化为流动的、被语言所定义的边界。 第二部:现代性的考验:语言的失效与物性的觉醒 第三章:维也纳的焦虑:语言的危机与“意义”的消散 二十世纪初,德语文学在维也纳(Wien)的文化熔炉中迎来了关键的转折。本章集中分析霍夫曼斯塔尔(Hugo von Hofmannsthal)《洛克信札》(Brief des Lord Chandos)的结构性意义。我们探讨的不是信件的内容本身,而是“语言的不可用性”如何成为现代经验的核心。当语言无法再精确地指称现实或情感时,文学的使命便转向了对“沉默”和“间隙”的描绘。我们还会简要触及穆齐尔(Robert Musil)对“可能性”的数学化探索,他试图以一种高度冷静的、反浪漫的方式来解构传统小说中的因果律。 第四章:经验世界的重构:卡夫卡与“异化”的空间 卡夫卡(Franz Kafka)的作品是现代人面对无形权力结构和逻辑悖论的终极写照。本章关注的不是他作品的象征意义,而是其叙事方式的独特性。我们分析“荒谬的逻辑”(absurde Logik)如何在他的文本中被建构起来——那是一种没有明确起点的法律或官僚体系。重点分析《审判》中对空间(走廊、楼梯、房间)的运用,这些空间如何不再是现实的容器,而是自我惩罚的迷宫。这种对“异化经验”的描绘,迫使读者直面现代社会中个体存在的脆弱性。 第三部:战后与当代:记忆、创伤与文学的伦理责任 第五章:废墟上的重建:对“历史的负重”的反思 二战后的德语文学面临着一个沉重的负担:如何用语言来处理“奥斯维辛之后”的现实?本章避开对具体历史事件的简单复述,转而探讨战后作家(如包尔(Wolfgang Borchert)和伯尔(Heinrich Böll))在“语言的断裂”中如何尝试进行“道德的重新定位”。我们分析“废墟”作为一种叙事空间的功能——它既是物质上的残骸,也是精神上的空白。文学的任务不再是创造美,而是努力恢复某种基础的“可信度”(Glaubwürdigkeit)。 第六章:叙事的转向:在日常的表象下探寻深层结构 当代德语文学则展现出对“记忆的不可靠性”和“主体身份的多元性”的深刻关注。本章考察那些在文本中故意模糊时间线索和叙述视角的作家,例如塞巴尔德(W.G. Sebald)。我们分析塞巴尔德如何通过摄影图像、档案材料与虚构叙事交织,创造出一种独特的“鬼魂般的真实感”。这种写作策略挑战了传统历史记录的权威性,表明记忆本身就是一种不断被重写的文学建构。重点分析“漫游”(Wandern)在当代语境下,如何从浪漫主义的形而上追寻,转变为对失落联系的被动搜寻。 结语:语言的持续“在场” 《时间的低语》旨在揭示,德语文学的伟大之处,在于其从未停止过对自身工具——语言——的质疑与磨砺。它不是提供答案,而是不断深化问题:我们如何通过有限的语言,去触碰无限的存在?本书的每一步分析,都旨在凸显这种持续的、内在的张力,这种张力构成了德语文学面对世界时所展现出的不朽精神力量。 --- 读者对象: 德语文学、比较文学、哲学史、美学研究人员及对二十世纪欧洲思想史感兴趣的专业读者。 关键词: 形而上学、存在主义、现代性危机、语言哲学、德语文学史、古典主义、浪漫主义、后现代叙事。

作者简介

Stärker als durch Herkunft und Heimat - beide Eltern stammten aus Schleswig-Holstein mit Familienbeziehungen ins Dänische hinein - wurden die frühen Jahre von Ingeborg Schnack dadurch bestimmt, dass sie zu der letzten Generation gehört, die Kindheit und Jugend vor dem ersten Weltkrieg erlebte, in einer Zeit, die nicht nur das Gefühl von Sicherheit und Weite vermittelte, sondern endlich den Mädchen wie ihren Brüdern die akademische Bildung eröffnete.

Als sie am 9. Juli 1896 zur Welt kam, war ihr Vater als Regierungsbaumeister im äußersten Westen Preußens tätig, und die Familie bewohnte ein ansehnliches, von Gärten umschlossenes Haus, den Dienstsitz auf der Insel Hanikenfähr in der Ems, nicht weit von Lingen. Bald darauf wurde Wilhelm Schnack nach Hirschberg in Schlesien versetzt, wo Ingeborg ihre Schulzeit begann, dann als Regierungs- und Baurat nach Oppeln in Oberschlesien; damals mussten die Oder und ihre Zuflüsse saniert werden. Einschneidend war die Versetzung nach Hildesheim 1910: hier eröffnete sich die Möglichkeit, ein Oberlyzeum zu besuchen und das Abitur zu machen - der Wunsch, später zu studieren, rückte seiner Erfüllung näher, zumal auch Preußen endlich 1908 die Universitäten für Frauen geöffnet hatte. Noch einmal wurde der Vater versetzt, diesmal an die Regierung in Koblenz; eine seiner Aufgaben war die Regulierung der Mosel. Die Familie bezog unterhalb der Feste Ehrenbreitstein ein Haus am Rhein, und von 1913 an besuchte Ingeborg Schnack die Hilda-Schule in Koblenz - die älteren Geschwister studierten bereits. Den Abschluss des Oberlyzeums (1915) ergänzte sie durch den Erwerb der Lehrbefähigung für Lyzeen und Mittelschulen, indem sie an der eigenen Schule die pädagogische Ausbildung in Theorie und Praxis anschloss, die sie mit einer Prüfung am 9. Februar 1916 beendete.

Danach entschloss sie sich zum Beginn des Studiums in Bonn; ihre ältere Schwester promovierte in Halle bei Professor Max Deutschbein. Um ihrerseits eines Tages den Doktor machen zu können, dessen Verleihung bei den Fakultäten lag, fehlte ihr noch der Abschluss eines Realgymnasiums in Latein und Mathematik: so bereitete sie sich neben dem Hauptstudium in Geschichte und Germanistik auf eine Ergänzungsprüfung in Latein vor und betrieb bei den Geodäten in Poppelsdorf Mathematik. Als sich im Herbst 1916 die Arbeitsmöglichkeiten in Bonn kriegsbedingt verschlechterten, immatrikulierte sie sich in Marburg, wo sie am 17. Oktober 1916 ihr zweites Semester und zugleich die intensive Prüfungsvorbereitung am damaligen „Müllerschen Institut" begann. Am 7. März 1917 bestand sie das Examen an der Oberrealschule / Reformrealgymnasium in Köln; damit hatte sie dasselbe Abitur erreicht wie ihre männlichen Kommilitonen.

Während Ingeborg Schnack dem Geschichtsstudium treu blieb, entschied sie sich jetzt, Mathematik und Physik zu studieren und sich damit einen Zugang zu verschaffen zu den Bereichen, deren Entwicklung die Zukunft bestimmen würde. Bestärkt wurde sie darin durch die Familientradition: nicht nur hatte ihr Vater an Technischen Hochschulen Wasserbau studiert, auch der Vater ihrer Mutter war ein Mathematiker von Ruf gewesen, als Ingenieur hatte er u. a. den Bau der Eisenbahn vom Limfjord nach Kiel geleitet. Ein Großonkel war Mitarbeiter von Helmholtz gewesen, ihr jüngerer Bruder begann 1919 sein Studium an der TH Darmstadt.

Bereits am 20. August 1920 promovierte Ingeborg Schnack mit einer kirchengeschichtlichen Arbeit, die ihr die Achtung ihrer akademischen Lehrer eintrug. Ihr Doktorvater war der Mediävist Karl Wenck, im Rigorosum prüften in Geschichte Albert Brackmann, in Philosophie Paul Natorp und in Physik Franz Arthur Schulze - im Sommersemester 1981 erneuerte der Fachbereich Geschichtswissenschaften ihr Diplom.

Inzwischen war auch die Familie Schnack durch das Ende des Krieges schwer getroffen worden: der älteste Sohn, Jurist, war noch im September 1918 an der Westfront gefallen, der eben achtzehnjährige jüngere nach dem Waffenstillstand schwerkrank heimgekehrt. Das Haus unter dem Ehrenbreitstein wurde mit amerikanischen Soldaten belegt, Geheimrat Schnack musste weit über seine angegriffenen Kräfte den immer schwierigeren dienstlichen Belangen nachgehen. Der Arzt legte dem Siebzigjährigen einen Klimawechsel nahe. Da bot sich am Ortenberg in Marburg in einer Siedlung für vertriebene Beamte aus Elsaß-Lothringen ein Baugrund, und Ingeborg Schnack betrieb neben der Vorbereitung zum Staatsexamen und dem Eintritt in den Beruf den Bau und sodann die Übersiedlung ihrer Eltern in das kleine Haus an der Lothringerstraße.

Ihr Staatsexamen in Philosophie und den Fächern Geschichte, Mathematik und Physik mit der Unterrichtsbefähigung für Oberstufe legte sie am 9. Februar 1923 ab; es eröffnete ihr eine Reihe von Möglichkeiten. Freilich war der Weg in die akademische Laufbahn aus äußeren Gründen im Jahr der galoppierenden Inflation nicht denkbar, so dass sich eine Schulkarriere anzubieten schien. Doch legten ihre akademischen Lehrer, besonders Professor Wenck, ihr nahe, sich um die Einstellung in den wissenschaftlichen Bibliotheksdienst zu bewerben, der ihr Zeit lassen würde, ihren weiteren Studien nachzugehen. Ihr Gesuch um Annahme als Volontärin vom 1. Juli 1923 wurde vom Direktor der Universitätsbibliothek, Geheimrat Professor Schulze, befürwortet, und so trat sie zum 1. Oktober 1923 als erste Frau in den höheren Bibliotheksdienst in Preußen ein; mit ausschlaggebend war dabei ihre Fächerkombination. Die Vorbereitung für das Bibliothekarsexamen, die üblicherweise ein zweites Jahr an der Staatsbibliothek in Berlin vorsah, konnte sie in Marburg ableisten; nachdem sie im Mai 1925 noch das geforderte Graecum abgelegt hatte, bestand sie am 29. September 1925 in Berlin das Zweite Staatsexamen unter dem Vorsitz des Generaldirektors der Preußischen Staatsbibliothek, Geheimrat F. Milkau. Ab 1. Oktober 1925 war sie dann Bibliothekarin in Marburg mit einer Vergütung von 3.400,00 RM im Jahr.

Die erste wissenschaftliche Aufgabe, die sich Ingeborg Schnack neben ihren vielfältigen Dienstpflichten stellte, war die Sammlung und Katalogisierung aller Porträts von Marburger Universitätslehrern seit der Gründung der Universität im Jahre 1527. Der Vorsitzende der Historischen Kommission für Kurhessen und Waldeck, Professor Edmund E. Stengel, beauftragte sie mit diesem Vorhaben zum Universitätsjubiläum von 1927; sie berichtete über diese Arbeit 1933, und 1935 erschienen ihre „Beiträge zur Geschichte des Gelehrtenporträts". Schon damit waren zwei Schwerpunkte ihrer künftigen Arbeit sichtbar geworden: Ikonographie und Universitätsgeschichte.

Nach dem Tode ihres Vaters im Jahre 1926 lag es für Ingeborg Schnack und ihre Mutter nahe, in die angestammte Heimat der Familie nach Norddeutschland zurückzukehren. Eine Versetzung an die UB Kiel als außerplanmäßige Bibliothekarin schien dies zu eröffnen; am 1. Oktober 1928 trat sie den Dienst dort an. Die Arbeit unter Direktor Dr. Christoph Weber wurde von ihr als äußerst fördernd empfunden, weil er ihr neue Aspekte des bibliothekarischen Berufes sichtbar machte. So etwa betraute er sie damit, über neue Sammelschwerpunkte der UB zu berichten und die Beziehungen zwischen Bibliothek und Öffentlichkeit zu pflegen.

Weil jedoch ihre Mutter während ihrer Abwesenheit sehr schwer erkrankte, musste sie um ihre Rückversetzung nach Marburg einkommen, die im Sommer 1929 auch gewährt wurde. Die Beförderung zur Bibliotheksrätin erfolgte dann erst zum 1. April 1935; die Jahresbezüge nun 5.800,00 RM.

Ganz bewusst öffnete sie in den folgenden Jahren jungen Menschen ihr Haus, sei es, dass sie als Praktikantinnen und junge Kollegen oder als Studierende in ihren Gesichtskreis traten - vor allem, wenn sie ihrer Hilfe bedurften. Die von ihr vielfältig Geförderten danken es über die Jahre hin in Anhänglichkeit und Treue. Besonders umfassend war der Beistand, den sie unmittelbar nach dem Kriege zu leisten bereit war: das ging von der Ernte aus dem bis in den letzten Winkel genutzten Garten über die freundlich gewährte Unterkunft für Flüchtlinge (1945 bis 1956) bis zur Mitfinanzierung mehr als eines Studiums und setzte sich bis in die Gegenwart in den jeweils zeitgemäßen Formen fort.

Ingeborg Schnack, die sich bei einer Arbeit von der anderen zu erholen gewöhntwar, sagte dazu: „Travailler, ca m'amuse!" (Maillol). 1936 wählte die Historische Kommission sie zum Mitglied, und sie begann mit der Arbeit an den sechs von ihr herausgegebenen Bänden der „Lebensbilder aus Kurhessen und Waldeck 1830-1930". Dieses biographische Sammelwerk, das zwischen 1939 und 1958 erschien, brachte sie mit einem großen Kreis von Autoren in Kontakt, zu denen sie selbst sich erst im letzten Band mit der Biographie ihres „Vorgängers" Karl Wilhelm Justi gesellte, der einst den „Strieder" fortgesetzt hatte. Während der Vorkriegszeit und vor allem während des zweiten Weltkrieges wuchs die Arbeitslast - sie selbst hat von Auslagerung und Rückführung der Marburger Bestände 1968 in ihrem Aufsatz „Zwischen Vierzig und Fünfzig. Ein Jahrzehnt aus der Geschichte der Universitätsbibliothek (1940-1950)" berichtet.

Unter den vielen einschneidenden Ereignissen des Frühjahrs 1945 war die Begegnung mit Anton und Katharina Kippenberg von tiefgreifender Bedeutung; das Verlegerehepaar war den aus Sachsen und Thüringen zurückgehenden amerikanischen Truppen gefolgt, als diese mit anderen ausgelagerten Kunstschätzen auch die Sammlungen des Hauses Kippenberg im Central-Art-Collecting-Point im Staatsarchiv Marburg sicherstellten. Kippenbergs wurde in der Stadt eine Wohnung zugewiesen, und die mitgebrachten Archivexemplare, eine ganze „Insel", sowie das „Privatarchiv" fanden durch Ingeborg Schnacks Vermittlung Aufnahme in der UB, mit der sie dann 1946 umzogen ins inzwischen von den Amerikanern freigegebene Gebäude am Friedrichsplatz, wo sie der Goethe-Sammlung und den Rilkeana im großen Siegelsaal zugeführt wurden. Das nahezu tägliche Zusammensein mit dem Verleger und Sammler war ungemein anregend, die ehrenamtliche Betreuung seiner Schätze eröffnete eine neue Dimension des Bibliothekarischen: Zur wissenschaftlichen Literatur traten hier die handschriftlichen Quellen und Originalausgaben der Goethezeit und der klassischen Moderne.

Die Freundschaft mit Katharina Kippenberg war bestimmt durch deren Arbeit an ihrem Manuskript „Rainer Maria Rilkes Duineser Elegien und Sonette an Orpheus", das sie in langen und eingehenden Gesprächen mit Ingeborg Schnack durchging. Diese hatte beide Werke bei ihrem Erscheinen 1923 kennengelernt und sich von ihnen aus den Zugang zum Werk Rilkes erschlossen, so dass sie an der endgültigen Fassung des Buches ihren Anteil haben konnte, das 1946 erschien. Als der Band 1951 in die Manesse-Bibliothek der Weltliteratur aufgenommen wurde, war er von ihrem Essay „Dichtung und Deutung. R. M. Rilke und Katharina Kippenberg" begleitet. Nach dem Tode der Insel-Herrin im Juni 1947 stand sie Anton Kippenberg hilfreich zur Seite, als es galt, ihr Andenken zu ehren.

Eine große Freude und Genugtuung war es Katharina Kippenberg gewesen, als die Philosophische Fakultät der Universität Marburg ihr auf Antrag von Ingeborg Schnack zum 70. Geburtstag am 1. Juni 1946 die Ehrendoktorwürde verlieh: nun wurde für Stadt und Universität im September 1947 im Festsaal des Staatarchivs die erste große Rilke-Ausstellung zu ihrem Gedenken ausgerichtet, für die Ingeborg Schnack. vom damaligen Rektor, Professor Balla, im Juli als „Ausstellungssekretärin" angefordert worden war. Eine wichtige literaturwissenschaftliche Erkenntnis dieser Darbietung von Büchern, Bildern, Briefen und vor allem der Werkhandschriften war der durch die Exponate geführte Nachweis, dass die Schaffenskrise von 1910 bis 1922 keineswegs zum völligen Verstummen des Dichters geführt hatte: die großen Gedichte und Gedichtfragmente jener Jahre widerlegten dies.

Dieser ersten Ausstellung aus dem Besitz von Anton und Katharina Kippenberg folgten weitere. Anlässlich des Internationalen Ferienkurses Hessischer Hochschulen wurden 1948 Handschriften zeitgenössischer Dichter gezeigt, dem Goethejahr ging im Dezember eine Faust-Ausstellung voran, die 1949 auch in der Kunsthalle Bremen zu sehen war. Die zunächst in Bielefeld gezeigte Ausstellung „Goethe. Leben und Schaffen" wurde vom 22. August bis 17. September in zwei „Ausstellungen aus der Sammlung Kippenberg" im Staatsarchiv und im Universitätsmuseum Marburg dargeboten.

Nur für die Vorbereitung der Ausstellungen im Goethejahr wurde die Dienstzeit Ingeborg Schnacks auf 20 Stunden in der Woche gekürzt; zur Seite stand ihr schon damals die Verfasserin, als Privatassistentin Professor Kippenbergs anfangs, später neben der eigenen Berufstätigkeit in dauernder Mitarbeit an fast allen ihren Büchern und Editionen.

Kippenberg zog sie auch weiterhin vielfältig heran, so für die Herausgabe der Reihe „Aus Rainer Maria Rilkes Nachlass", deren vier Bändchen in seinem Todesjahr 1950 erscheinen konnten; zuvor hatte er 1948 mit ihr gemeinsam Katharina Kippenbergs „Kleine Schriften" zusammengestellt - seine eigenen „Reden und Schriften" betreute sie zu „Dank und Erinnerung", unterstützt von Friedrich Michael: sie erschienen 1952 im Insel-Verlag.

Auch nach dem Tode Kippenbergs und der Überführung seiner Sammlungen nach Düsseldorf („Goethe und seine Zeit") und ins Deutsche Literaturarchiv in Marbach („Rilke" und „Insel") einige Jahre später, wirkten seine Anregungen weiter. In den zehn Jahren bis zu ihrem Abschied von der Bibliothek im Juli 1961 schlug sich dies in unterschiedlicher Weise nieder. Der von Kippenberg selbst noch erbetene Band „Rilkes Leben und Werk im Bild" veranlasste sie zu Reisen in die Schweiz und nach Frankreich, wo sie viele von Rilkes Zeitgenossen und Freunden noch kennenlernte und von Nanny Wunderly-Volkart, der Beschützerin seiner letzten Jahre, in Meilen am Zürichsee herzliche Gastfreundschaft erfuhr. Zugleich besuchte sie hier, in England und in den Niederlanden traditionsreiche Bibliotheken ebenso wie die modernsten Neubauten, über die sie jeweils den Bibliotheks- und Archivangehörigen in Vorträgen berichtete: nicht zuletzt im Hinblick auf den dringend notwendigen Neubau der UB Marburg.

Professor Dr. Ludwig Dehio, Direktor der Staatsarchivs, der die Zusammenarbeit mit der Bibliothek in einem Hause besonders pflegte, machte die Kollegin aufmerksam auf die Möglichkeit, Teile des Savigny-Nachlasses für die UB zu erwerben; dies führte über die Jahre zum Aufbau des Sammelschwerpunktes „Savigny", ergänzt durch wichtigste Handschriften der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm. Deren Briefe an Savigny erschienen nach den Manuskripten, von Ingeborg Schnack sorgfältig kollationiert, 1953 als erster Band der Reihe „Hessische Briefe des 19. Jahrhunderts" in der Historischen Kommission; für das Jahrbuch der Schiller-Gesellschaft gab sie 1958 die Selbstbiographien der Brüder nach den Originalen aus dem Vorbesitz von Karl Wilhelm Justi, Jetzt im Schiller-Nationalmuseum, heraus.

Als sie bei der Verabschiedung im einstigen „Internationalen Lesesaal" die Handschrift eines Rilke-Gedichtes empfing, deutete dies nur auf einen Bereich ihrer künftigen Tätigkeit hin; sie selbst hatte bereits mit der Arbeit an ihrem reich bebilderten Buch „Marburg. Bild einer alten Stadt“ begonnen, das 1961 noch erschien und als eine der ersten unter ihren „hessischen" Publikationen dem Land und der Stadt, in denen sie ansässig geworden war, ihre Verbundenheit bewies. Im Jahre 1976 dankte die Stadt durch die Überreichung der „Ehrennadel der Universitätsstadt Marburg an der Lahn", der Verein für Hessische Geschichte und Landeskunde verlieh ihr 1979 die goldene Ehrennadel und machte sie 1985 zum Ehrenmitglied.

Eine neue Aufgabe fand sie als Schriftführerin der Literarischen Gesellschaft, die in den 60er Jahren eine lange Reihe bedeutender Schriftsteller nach Marburg holte - von Ingeborg Bachmann und Heinrich Böll über Uwe Johnson, Marie Luise Kaschnitz und Siegfried Lenz bis zu Martin Walser und Carl Zuckmayer. Die persönliche Begegnung mit ihnen hat sie als große Bereicherung empfunden und es bedauert, dass die Veranstaltungen zu Beginn der 'politischen' 70er Jahre keinen Widerhall mehr fanden und die Literarische Gesellschaft ihre Tätigkeit einstellte.

Gar nicht wegzudenken ist ihr 1962 begonnenes Engagement im Marburger Universitätsbund, für den sie in den letzten fünfunddreißig Jahren in jedem Semester eins der inhaltsreichen farbigen Hefte der Leben und Arbeit in der Universität gewidmeten Zeitschrift „Alma Mater Philippina" herausgebracht hat. Die Universität zeigte ihre Anerkennung durch die Verleihung der Silbernen Philippsplakette im Jahre 1968, der Universitätsbund durch die Wahl zum Ehrenmitglied 1976.

Für die Rilke-Forschung brachte die pünktlich zum 100. Geburtstag des Dichters vorgelegte „Chronik seines Lebens und seines Werkes" eine Grundlegung ersten Ranges, die die seither erschienenen Biographien erst ermöglichte; die Edition des Briefwechsels zwischen Hugo von Hofmannsthal und Rilke, gemeinsam mit Rudolf Hirsch erarbeitet, erschien 1978, und danach lagen sogleich die Korrekturbogen des Bandes „Rilkes Briefe an Karl und Elisabeth von der Heydt", der 1986 herauskommen sollte, auf ihrem Schreibtisch.

Für die Historische Kommission konnte in dieser Zeit der gewichtige Band „Marburger Gelehrte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts" vorgelegt werden, der im 450. Jahre ihres Bestehens die Universität auch an jene ihrer Dozenten erinnerte, von denen viele ihren Wirkungskreis und ihr Land in der Zeit des Faschismus verlassen mussten. Auch eigenen Lehrern und Freunden konnte Ingeborg Schnack hier ein Denkmal errichten, so dem Mathematiker Kurt Hensel, dem Physiker Clemens Schaefer und dem Historiker Edmund E. Stengel, dazu Paul Friedländer und Wilhelm Röpke, Rudolf Otto, Heinrich Hermelink und Heinrich Frick, Hans Gremels und Leonhard Schulze-Jena.

Schließlich kam auch das große Werk „Der Briefwechsel zwischen Friedrich Carl von Savigny und Stephan August Winkelmann (1800-1904) mit Dokumenten und Briefen aus dem Freundeskreis" 1984 zum Abschluss, das wiederum auf den Materialien aus Savignys Nachlass fußt, die im Besitz der UB Marburg sind.

Zu ihrem 90. Geburtstag ehrte die Universitätsbibliothek ihre einstige Stellvertretende Direktorin mit dem Bändchen „Gestalten und Profile. Hommage an eine gelehrte Bibliothekarin", das ein Verzeichnis aller ihrer Schriften enthält. Zu diesem Zeitpunkt waren 121 Titel verzeichnet, in den folgenden zehn Jahren sollten weitere dreizehn folgen, ein Zeichen für die unverminderte Arbeitskraft der Autorin.

Der größte Teil dieser Arbeiten galt noch einmal Rainer Maria Rilke, zuletzt mit der Edition der zweibändigen Ausgabe „R. M. R.: Briefwechsel mit Anton Kippenberg 1906 bis 1926" im Insel Verlag 1995. Eine große Freude bereitete ihr, dass der gegenwärtige Inselverleger Siegfried Unseld ihr zum 100. Geburtstag eine Sammlung wichtiger Beiträge aus ihrer Feder überreichte: „Ingeborg Schnack: Über Rainer Maria Rilke. Aufsätze" (1996).

Zwar konnte Ingeborg Schnack in den letzten Jahren ihres Lebens keine der gewohnten Reisen mehr unternehmen, konnte aber im häuslichen Kreis tätig bleiben: „An meinem Schreibtisch bin ich nicht alt!", pflegte sie zu sagen; sie war weiterhin aufgeschlossen im Umgang mit dem Freundeskreis, der ihr im Laufe ihres Lebens zugewachsen war, und in den vielfältigen Beziehungen zu der 'Familie' aus Wahlverwandten, die sie mit ihrer Fürsorge begleitete.

Im Rückblick wird sichtbar, dass Ingeborg Schnack zwar die akademische Laufbahn verwehrt war, sie jedoch selbstbestimmt ein Gelehrtenleben führte, das ihr reiche Wirkungsmöglichkeiten erschloss und die Wertschätzung bedeutender Zeitgenossen eingetragen hat.

Ingeborg Schnack starb am 3. November 1997 in ihrem 102. Lebensjahr.

Renate Scharffenberg, Ingeborg Schnack (1896-1997) (Beiträge zur geistigen Situation der Gegenwart Jg. 8 (2007), Heft 6)

目录信息

读后感

评分

评分

评分

评分

评分

用户评价

评分

这本书的封面设计非常引人注目,那种深邃的蓝与沉静的黑交织在一起,仿佛能让人一头扎进一个充满哲思的迷宫。我记得当初在书店里,我就是被它那种低调而又内敛的气质所吸引,忍不住翻开了扉页。拿到手的那一刻,纸张的质感也相当不错,厚实而又带着一丝微微的粗粝感,读起来有一种踏实的感觉。内页的排版也看得出是用心设计的,字体的选择很经典,行距把握得恰到好处,长时间阅读也不会让人感到眼睛疲劳。装帧的工艺也很讲究,书脊处的胶装非常牢固,即便我反复翻阅,也丝毫没有松动的迹象。总而言之,光是作为一件实体物品来欣赏,它就已经超越了普通书籍的范畴,更像是一件值得珍藏的艺术品。每次把它放在书架上,那种沉甸甸的存在感,都让我对书中的内容充满了期待,仿佛知道里面蕴藏着某种不易被察觉的重量。

评分

这本书的开篇部分,作者采用了非常迂回和充满画面感的叙事手法,仿佛不是在直接讲述一个故事,而是在描摹一幅缓缓展开的油画。那些初期的段落,充满了对光影、色彩和空间感的细致捕捉,初读时,我甚至有些迷失在那些如同梦境般的描述之中,感觉自己像是一个无声的观察者,站在一片薄雾弥漫的原野上,试图捕捉远方传来的微弱声响。作者的遣词造句极其考究,每一个动词和形容词的选择都像是经过了千锤百炼,拒绝一切平庸和直白。这种风格的建立,无疑为后续的情感张力做了极佳的铺垫,它要求读者必须放慢呼吸,沉浸其中,用一种近乎冥想的状态去接纳文字的流动。初读的体验是缓慢而深刻的,它挑战了现代人习惯的快节奏信息获取模式,要求我们重新学习如何“慢下来”去品味语言的力量。

评分

从主题的探讨深度来看,这本书展现了一种跨越时间界限的永恒关怀。它似乎触及了一些人类共同的、难以言喻的困境——关于记忆的不可靠性、时间流逝的无情,以及个体在宏大世界中的疏离感。这些宏大的主题并非通过说教式的哲学论述来呈现,而是巧妙地融入到日常生活的细微观察之中。例如,一个老旧的物件、一次偶然的相遇、一段不经意的梦境,都成为了承载深刻哲思的载体。这种“以小见大”的手法,使得沉重的议题变得可以亲近,却又丝毫不失其重量。读完全书后,我感到自己对周遭世界的感知力似乎被提升了一个维度,很多过去习以为常的景象,此刻都蒙上了一层新的、更具穿透力的光晕,这大概是优秀文学作品给予读者最珍贵的馈赠吧。

评分

这本书的结构布局,尤其值得称赞的是其内在的韵律感和节奏的控制。它并非完全线性的叙事,而是巧妙地运用了回溯和跳跃,就像音乐中的变奏和反复。有些章节的篇幅极短,如同一个突如其来的停顿,敲击人心,而另一些章节则像是一条蜿蜒的长河,娓娓道来,将情绪逐渐推向高潮。这种起伏的节奏感,使得阅读过程充满了活力,完全避免了中段可能出现的疲软。我发现,作者似乎对“沉默”的运用达到了炉火纯青的地步,那些没有被写下的内容,那些故意留白的段落,往往比充实的文字更能引发读者的思考和不安。这种对留白的艺术把握,体现出作者极高的文学素养和对叙事张力的精确拿捏,让人在阅读中能清晰地感受到一种结构上的美学构建。

评分

随着阅读的深入,我注意到作者在构建人物群像时,似乎并不热衷于提供清晰的背景介绍或明确的性格标签。相反,人物的情感世界是通过一系列精心设计的对话片段和内心独白来侧面烘托的,这些碎片化的信息如同散落的宝石,需要读者自行去拾取、拼接,最终才能在脑海中勾勒出一个个复杂多维的形象。比如,某个人物对雨声的敏感,或者对某个特定时间点流露出的微妙不安,这些细节远比直接说明“他很忧郁”要来得有穿透力。这种处理方式极大地锻炼了读者的共情能力和想象力,因为它拒绝给出标准答案,而是邀请我们参与到角色的生命体验中去,去共同完成人物的塑造。每次合上书本,我都会回味那些未尽之言,思考这些人物在书页之外的生活轨迹,这种开放性是极为迷人的。

评分

评分

评分

评分

评分

本站所有内容均为互联网搜索引擎提供的公开搜索信息,本站不存储任何数据与内容,任何内容与数据均与本站无关,如有需要请联系相关搜索引擎包括但不限于百度google,bing,sogou

© 2026 book.quotespace.org All Rights Reserved. 小美书屋 版权所有